Archive for category Travel

Auf nach Aussiehausen

Mittlerweile sitze ich im zweiten Flugzeug. Einem Airbus in dem die mittlerweile obsoleten “no smoking” Zeichen durch “Electronic devices off” Zeichen teilweise ersetzt wurden. Wenn man also nicht rauchen darf, soll man auch nicht irgendetwas elektronisches anschalten. Der Sitz, der aussieht als wäre er schon etwas älter, hat natürlich auch eine 110Volt Steckdose, die ich gleich mal testen werde, in dem ich mein Netzteil anschliesse. Der Flugbegleiter hat den Anschluss gerade noch mittels deutlichem Anleuchten seiner Mag Lite angepriesen. Ich ziehe es aber erstmal vor zu schlafen. Danach schaue ich den Film Flawless mit Demi Moore. Ganz interessant, nur vielleicht etwas zu langweilig. Ich spule also Teile des Films vor.

Wir nähern uns langsam Melbourne. Es sind noch 50 Minuten bis zur Ankunft in Melbourne. Zu Hause ist es noch nicht einmal 12 Uhr Mittags und um uns herum wird es schon wieder dunkel. Den Stromadapter habe ich erst gar nicht gebraucht, da ich zum einen relativ lange geschlafen habe, was mir wahrscheinlich gleich wenn ich ins Bett gehen soll zum Verhängnis wird, und zum anderen die Batterie des Laptops dank ausgeschaltetem SyncServer 3 Stunden lang hielt.

No Comments

fliegende Rentner

Ich sitze mal wieder in einer glitzernden Silberröhre. Dachte ich. Das Flugzeug ist nicht glitzernd. Es ist nicht einmal weiß. Es ist grau-dunkelblau. Das liegt daran, dass die Fluggesellschaft, nicht wie angenommen, die deutsche Lufthansa ist, sondern die US amerikanische United. Der Zustand entwickelte sich langsam. Erst flog ich von Amsterdam nach Frankfurt. Bis auf die Landung und die Brötchen an Bord, sowie dem kalten Kaffee war alles OK, oder wie man es auch nennen konnte, optimal. In Frankfurt angekommen, hetzte ich zum Transfer-Ticket-Schalter, da die freundliche Dame in Amsterdam mir kein Ticket ausstellen konnte. Es stellte sich heraus, dass auch die Lufthansa-Dame in Frankfurt mir kein Ticket ausstellen konnte oder wollte. Vielmehr sagte sie mir, dass ich mich beeilen sollte, da der Flug in 20 Minuten schließen würde. Ich dachte, dass Füge oder vielmehr Flugzeuge abheben statt zu schließen, befolgte aber lieber Ihre Anweisung und rannte von Bereich B zu Bereich C. Erste Passkontrolle, ok. Zweite Passkontrolle, wieso schon wieder? Ah, falsch abgebogen. Der Zollbeamte meinte, dass da auch zu viele Schilder stehen würden und er mehrfach am Tag Irrläufer hätte. Spricht für den Frankfurter Flughafen. X-Ray. Der Mann vor mir hatte SO VIEL Krempel bei sich, dass der Mann mit dem Pieper rot anlief und mehrfach „ÄVRISSINKH“ sagte. Nicht wegen der Menge, sondern eher wegen der Tatsache, dass der designierte Passagier seine Sachen noch in seinen gefühlten zweitausend Taschen gelassen hat anstatt sie durch den X-Ray zu schieben. Der Mann mit dem Pieper ging dann mit dem Tachen-Junkey in eine Kabine. Ich ging schon mal zu meinen Sachen und wurde, nachdem ich meine Taschen wieder gefüllt habe, dazu aufgefordert, mich noch einmal abpiepen zu lassen. Es piepte. Viel, oft und laut. Ich entleerte meine Taschen also wieder und lies mich erneut abpiepen. Fertig. Rennend in den Abflug-Bereich der United. Dort angekommen, wedelte ich mit meinem Pass und erklärte meine Not. Die Dame am Schalter verwies mich an den Sitzplatz und versprach sich gleich bei mir zu melden. Ich setzte mich also, während sie meinen Pass behielt. Da ich dann fortlaufend telefonierte, ignorierte ich Ihre Lautsprecherdurchsagen. Ich wunderte mich vielmehr, warum ich dauernd meinen Namen hörte. Ich dachte erst wieder an Stimmen, obwohl ich doch schon wieder nüchtern war … Schließlich kam sie auf mich zu und gab mir mein Ticket. Perfekt. Zehn Minuten später wurde dann auch der Flug aufgerufen. Ich schlenderte langsam in Richtung Gate und machte noch einen kurzen Stopp am Duty Free Shop. Der United Abflugbereich ist wirklich schlimmer, als ganz London Heathrow nach einem 10-stundigen Ausfall des Air Traffic Control Systems. Nachdem ich die ganzen Fragen a la „Haben Sie eine Bombe dabei?“, „Sind Sie homosexuell?“ oder „Hat vielleicht ein terroristisch anmutender Herr mit langem Bart Ihnen Ihre Tasche gepackt?“ offensichtlich richtig beantwortet habe, durfte ich einsteigen.

Bravo. Diese Horrorcrew, die da gerade ein paar Schränke in die dafür vorgesehene Halterung rempelten, begegnete mir zuvor auf einem Flug in die vereinigten Staaten von Amerika. Ich erkannte (ich nenne sie mal so) Ellie wieder, die mir damals die Kopfstütze ins Genick rammte, weil die Kopfstütze bei Start und Landung unten sein muss. Ob ich dabei mit dem Rücken nur zur Hälfte auf der Kopfstütze hängen würde, interessierte sie damals wenig. Das Flugzeug entsprach dem United Standard. Hässlich, und alt, aber flugbereit und sicher wirkend. Ich hatte jedoch Hoffnung auf einen kleinen Trost. Im Gegensatz zu den superneuen Sitzen der Lufthansa, die mit einem 220V Anschluss ausgestattet sind, er aber wohl nur Strom hat, um ein Diskettenlaufwerk zu versorgen und mein Laptop diesen Anschluss zum erliegen bringt, hat United den schönen alten proprietären Airline-Stecker, für den ich ein Spezialkabel habe, welches meinen Mac mit Strom versorgt, ihn aber nicht lädt und somit nicht zu viel Strom frisst. Da mein IPod leer war, hoffte ich insgeheim, dass ich diesen mit dem alten Eiertrick laden könnte, indem ich ihn in den USB Port des Laptop stecke.

Ich habe meinen Sitzplatz gefunden. Der Sitz neben mir war bereits mit einem netten Herrn besetzt. Erstmal alle Gadgets auspacken und hinsetzen. Kaum im Sitzplatz ranzt eine mit einem Zeitungswagen beladene Dame mit den Worten, dass deutsche Tageszeitungen immer so dick seien, durch den Gang. Ich wollte erst so was sagen wie „small country – large newspapers to know whats going on in the world / large country – small newspapers, because the world is a terrorist anyway“, verkniff mir aber diesen Kommentar. Sie beschwerte sich auch zu sich selbst redend darüber, dass der Wagen wohl ein klemmendes Rad hätte, sowie darüber, dass immer noch Fluggäste durch die Gänge liefen. Die Crew hat übrigens ein geschätztes durchschnittliches Alter von 60 Jahren (ich will ja niemandem Unrecht tun, daher habe ich die 85 wieder geändert). Nachdem die Zeitungen verteilt waren, warteten alle gespannt auf den Start. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Insgesamt 90 Minuten saßen die Passagiere in ihren Sitzen, ohne dass sich irgendetwas in Bezug auf eine Bewegung der Maschine tat. Zwischendurch faselte der Kapitän etwas von eine defekten Beladungseinheit und dass nun die Gepäckstücke manuell verladen werden müssten. Das Ganze dauerte aber nur 30 Minuten der gesamten Wartezeit. Nachdem sich dann ohne einen weiteren Hinweis die Maschine in Bewegung setzte, klatschte die Meute Beifall. Ich habe in der Zwischenzeit meinen Mac mit der Stromzufuhr verbunden und konnte so meinen IPod laden. Endlich mal etwas, was funktionierte!

No Comments

Rückflug

Es geht wieder in die Heimat. Wir lassen uns morgens durch den Weckservice des Hotels wecken, was dazu führt, dass wir durch das laute und mit einer extrem quiekenden Klingel ausgestattete Telefon fast einen Herzinfarkt erleiden, ohne überhaupt im Flugzeug zu sitzen. Eine halbe Stunde später kommt das Frühstück und wiederum 15 Minuten später kommt der Kofferservice, der uns samt Gepäck zum Haupthaus fährt. Wir checken aus, steigen in den Mietwagen und fahren in Richtung Flughafen. Dort angekommen geben wir das Fahrzeug bei einem spanisch anmutenden Vertreter des Fahrzeugvermieters ohne Quittung ab (in Spanien ist halt alles anders) und gehen in den Flughafen. Mal davon abgesehen, dass wir zum „late check-in“ mussten, verlief der Check-in ohne Komplikationen. Durch den X-Ray und rein in die Maschine, die nach Pushback losfuhr und …. an einem außerplanmäßigen Haltepunkt wieder stehen blieb. Nach eigenen Angaben rief der Flugkapitän einen vertrauenswürdigen, spanischen Techniker, wobei vertrauenswürdig ein von mir hinzugefügter Kommentar ist, da Spanier ja bekanntlich insgesamt für Sicherheit, Genauigkeit und Qualität stehen. Nach einer Stunde abseits des Rollfeldes herumstehen, konnte, so der Pilot, der Techniker das Problem lokalisieren. Man beachte die selbst für einen Laien logische Erklärung der Stimme, die uns aus den Lautsprechern erreicht: „Es war ein Defekt an einem Sensor, der eine Messfunktion hat“. Das System selbst, welches im konkreten Fall die Türe der Fahrwerke war, funktioniere einwandfrei, so der Pilot. Ein weiterer Sensor, welcher nach meiner Auffassung der Redundanzsensor ist, funktioniert einwandfrei. Ohne in einem Lexikon nachschlagen zu müssen, sollte eigentlich jeder wissen, dass ein Sensor nichts anderes kann, als zu messen. Und wenn die Sensoren Bestandteil des Systems sind, funktioniert „das System“ auch nicht einwandfrei. Ein Sensor ist nämlich defekt. Der Fehler wird nun noch ordnungsgemäß dokumentiert und dann belassen wie er ist. Wahrscheinlich darf man nach Boeing-Handbuch noch 8 Tage mit einem solchen Fehler fliegen, wie es auch der Maschine in Brasilien ergangen ist, die vor einigen Wochen in Brand aufging. Mir bleibt nur zu hoffen, dass die Kollegen in Düsseldorf die Fahrbahn gefräst haben.

No Comments

Mitarbeiter! Mitarbeiter!

Wir gehen durch die Anlage. Klima angenehm. Leute erträglich. Die meisten zumindest. Einige sitzen am Rand und telefonieren. Wichtig dabei sind immer die Signalworte wie „Mitarbeiter“, „Betriebsrat“, „Aufsichtsrat“, „Sitzung“, oder eben die Neudeutschen „Meeting“, „Schedule“, „Conference Call“. Während die Damen mit Kind den Pool derart unsicher machen, dass man ohne iPod eine Mischung aus Clemens, Justin, Jaqueline und anderer Namen hört (das Kindergeschrei nicht zu vergessen), sitzen meist die Herren der Schöpfung am Rand und telefonieren, bis der Akku brennt. Nebenan steht „el Gaucho“ bei 50°C Außentemperatur in der prallen Sonne und grillt an einem noch heißeren Grill eine Wurst für diejenigen, die ohnehin schon viel zu dick sind. Die Beschreibung ist die eines Resorts, in dem jede Menge Menschen herumlaufen und entspannen wollen. Statt dessen brutzeln sie in der Sonne, telefonieren und beschweren sich unter anderem darüber, dass sie beim Eingang des Restaurants 3,5 Minuten warten müssen, da der Platzanweiser gerade mit einer anderen esswütigen Familie unterwegs ist, um den Tisch, an den er diese Familie setzen wird, durch deren Kinder in Kakao ertränken zu lassen. Holländer gehen ja einfach weiter und nehmen sich einfach einen Tisch, während sich die Deutschen darüber aufregen und ordnungsgemäß in der Reihe warten und sich über das Verhalten der Holländer ärgern. Einer muss ja machen, während der andere aufpasst. Das ist Europa!

Zum Hotel selbst muss ich sagen, dass ich noch nie in einer derart schönen Anlage Urlaub gemacht habe. Die Zimmer sind nicht nur ordentlich und sauber, sondern auch noch neuwertig und geschmackvoll mit massivem Holz eingerichtet. Internet gibt es kostenfrei aus der Steckdose und der Blick aus dem Zimmer wird automatisch auf die davor liegende, türkise Bucht gerichtet, von der man tagsüber, aber eben umso mehr in der Nacht die leichten Wellen gegen die seitlichen Steine schlagen hört, wenn man nicht das Fenster schließt, um die klimatisierte Luft zu genießen. Im Bad gibt es einen abgetrennten Bereich für WC, sowie für die Dusche. Die Anlage besteht aus 9 Häusern, die sowohl via Shuttleservice, wie auch zu Fuß erreichbar sind. Neben den drei Außenpools gibt es einen Fitness-, wie Spa Bereich, in dem sich ein Innenpool befindet. Der Fitnessbereich ist durchgehend mit Lifefitness Geräten ausgestattet, die aus der aktuellen Gerätegeneration stammen. Die Cardiogeräte sind jeweils mit einem Fernseher versehen. An den Außenpools gibt es eine Bedienung am Pool, sowie je Pool eine Snackbar. Die Gäste sind eine Mischung aus Deutschen, Holländern, Engländern, Russen, sowie natürlich Spaniern. Das Personal ist durchweg freundlich uns zuvorkommend. Sprachprobleme tauchen jedoch das ein oder andere Mal auf, sodass das Mitternachts-Geburtstagsgetränk 15 Minuten vor 12 geliefert wurde. Ohne Schmuck und Wunderkerze. Obwohl eine Menger Kinder in der Anlage waren, die tagsüber durch den Kinderservice betreut wurden, war es meistens relativ ruhig, wenn man nicht gerade seine Liege 1cm vor dem Pool aufgebaut hat. Im Zweifelsfall verhalf der iPod zur Ruhe. Die Anlage bietet einen kostenfreien Mietservice für Kanus und die Handtücher für den Pool konnten nach Belieben gewechselt werden. Es gibt vier Restaurants die allesamt eine fantastische Auswahl an Speisen bereithalten und diese auch frisch vor den Augen des Bestellers zubereiten, was auf keinen Fall an ein Schnellrestaurant erinnert. Der Fisch ist extrem frisch und die Weinauswahl reichhaltig. Für Nichturlauber hält die Anlage ein Konferenzgebäude bereit, welches ebenfalls reichhaltig ausgestattet ist, um jeden erdenklichen Event zu organisieren. Nicht zuletzt ist der üppige Bar Innen- und Außenbereich zu erwähnen, in den gut und gerne 150 Personen Platz finden können.

1 Comment

Raus

Wir haben gebucht. 5 Tage Mallorca. In diesem Sommer, in dem mehr Regen als Sonne zu sehen ist und die Meteorologen dennoch beschwören, dass es wärmer sei, als je zu vor. Na dann ist es halt warmer Regen, der aber nichts besser macht. Unsere Terrasse lässt ja ohnehin noch ein paar Tage auf sich warten. Wir fliegen an einem Donnerstag und bleiben bis zum darauf folgenden Dienstag. Der Hinflug ist, mal abgesehen von der Abflugszeit 6 Uhr morgens, der unmenschlichen Fläche, die einem in einem Ferienflieger von Condor zur Verfügung steht, dem Essen an Bord, den permanenten Erschütterungen durch Turbulenzen und Tritten des Kindes hinter uns in unsere Sitze, sowie der Hitze im Flugzeug sehr angenehm. In Palma gelandet werden wir mittels Shuttle zum Gebäude der Autovermietung gefahren. Dort warten wir eine Stunde darauf unser Auto zu bekommen. Die Stunde lohnt sich dahingehend, dass wir mangels Kleinwagen ein Upgrade erhalten. Nun haben wir statt eines verbeulten Pandas, einen verbeulten Skoda Fabia mit Klimaanlage, die aber wohl für die durchschnittliche Wärme in Polen ausgelegt ist. Na immer noch besser als mit einem Seat Ibiza auf Mallorca. Der Fahrzeugvermiter „Hiper“, in Deutschland unter „Holiday-Autos“ firmierend, ist übrigens zu empfehlen. Außer den in Spanien üblichen Beulen, sowie der Tatsache, dass mindestens ein Vormieter durch Meerwasser befeuchtete Kleidung die Sitze eingesalzt hat und wohl mit den Füßen in den nun defekten Lüftungsschlitzen hing, ist das Auto prima und mit 57.000km auf der Uhr ziemlich neuwertig, wenn auch schon für deutsche Verhältnisse reif für den Schrott. Unsere Landkarte hat natürlich andere Straßenbezeichnungen als die Straßenschilder, also entscheiden wir uns nach der örtlichen Beschilderung zu fahren und kommen nach einer Stunde Fahrt auch an unserem Ziel an.

No Comments